Wenn ein Dorf an einem Strang zieht, kann selbst Petrus die Feierlaune nicht trüben. Zwar öffnete der Himmel zum Auftakt des diesjährigen Dorffestes in Neunkirchen seine Schleusen, doch die Dorfgemeinschaft reagierte gelassen: Im Feuerwehrfestzelt rückte man kurzerhand enger zusammen und machte aus dem kurzen Regenschauer einen gemütlichen Festauftakt.

Der feierliche Höhepunkt ließ anschließend nicht lange auf sich warten: Gemeinsam gestalteten der katholische Pfarrer Thomas Kohlhepp und der evangelische Pfarrer Andreas Ruhs einen stimmungsvollen ökumenischen Gottesdienst. Musikalisch begleitet vom Frauenchor „Laetitia“ und dem evangelischen Posaunenchor setzte die Feier ein eindrucksvolles Zeichen gelebter Ökumene und des Miteinanders.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Thomas Kohlhepp den neu gestalteten Dorfplatz in den Mittelpunkt. Ausgehend vom Bibelwort „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ spannte er den Bogen bis zum „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking. Mit einem Schmunzeln bemerkte er, dass der Neunkirchener Dorfplatz zwar deutlich kleiner sei, aber denselben Gedanken der Begegnung und Gemeinschaft verkörpere. Während er durch die Reihen der Gottesdienstbesucher ging, betonte er: „Dieser Platz lädt Menschen ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft zu leben. Genau das macht ein Dorf stark.“ Für diese lebensnahe Botschaft erhielt er spontanen Applaus der zahlreichen Besucher.

Im Anschluss segneten die beiden Geistlichen den neu gestalteten Dorfplatz. Der Zweite Bürgermeister Stephan Gollwitzer und der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Stefan Bauer, würdigten in ihren Ansprachen den langen Weg von der Planung bis zur Fertigstellung sowie das außergewöhnliche Engagement aller Beteiligten. Der neue Dorfplatz steht damit sinnbildlich für Zusammenhalt, Ausdauer und gelebtes Ehrenamt.

Dass dieser Platz nun mit Leben erfüllt wird, ist vor allem dem enormen Einsatz der zahlreichen Vereine und Ehrenamtlichen zu verdanken. Gemeinsam stellten sie ein Dorffest auf die Beine, das auch kulinarisch keine Wünsche offenließ. Von traditionellen Weißwürsten über Brezen mit Käse, Bratwürste, Kammbraten, Schnitzel und knusprige Pommes bis hin zu frisch zubereitetem Flammkuchen war für jeden Geschmack etwas dabei.

Wer danach noch Platz für eine süße Versuchung hatte, kam ebenfalls voll auf seine Kosten. Neben Waffeln, einer liebevoll gestalteten Candybar und dem erfrischenden Eiswagen lockte vor allem die Kaffeestube mit einem beeindruckenden Buffet aus mehr als 70 hausgemachten Kuchen – ein Paradies für alle Naschkatzen. Dazu wurden kühles Bier, Radler und edle Tropfen Wein ausgeschenkt.

Yoga, Action und jede Menge Kinderlachen

Auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm sorgte den ganzen Tag über für beste Unterhaltung. Während eine entspannende Yoga-Vorführung von „iyoga“ für den passenden Ausgleich sorgte, konnten sich die jüngsten Besucher an der Torwand, im Kinderkarussell, auf der Hüpfburg oder am Laserschießstand austoben. Über den Dorfplatz liefen dabei fantasievoll verkleidete Tiger, Prinzessinnen und Superhelden.

Für einen besonders emotionalen Moment sorgten einmal mehr die Kindergartenkinder. Unter der Leitung von Lydia Hofmann begeisterten sie das Publikum mit Gesang, Tanz und ihrem eigens einstudierten Dorffestlied. Der lang anhaltende Applaus zeigte, wie sehr ihr Auftritt die Besucher berührte.

Als sich im Laufe des Tages schließlich auch die Sonne zeigte, die Roggensteiner Jugendkapelle zum Frühschoppen aufspielte und am Abend die Band „Rock-Connection“ den neuen Dorfplatz musikalisch zum Beben brachte, war allen Besuchern klar: Dieser Dorfplatz ist weit mehr als nur ein neu gestalteter Platz. Er ist zum lebendigen Mittelpunkt Neunkirchens geworden – ein Ort, an dem Gemeinschaft, Zusammenhalt und Ehrenamt sichtbar und erlebbar werden.
Text: M.Suttner
Bilder: Div.