In rotes Licht getaucht, empfing die Pfarrkirche St. Dionysius in Neunkirchen am Samstagabend ihre Besucher zum Hochamt zu Ehren des Herzen Jesu. Begleitet von den Vereinen – der Feuerwehren Frauenricht und Mallersricht sowie der Kolpingsfamilie Neunkirchen mit ihren Fahnen, 17 Ministranten und der Blaskapelle Oberwildenau zogen Pfarrer Thomas Kohlhepp und Pfarrvikar Robert Amandu ein. 103 brennende Kerzen an den Altären und Kirchenbänken verstärkten noch einmal den feierlichen Gottesdienst. Seine Predigt begann Pfarrer Kohlhepp mit dem Beginn des Märchens von Wilhelm Hauff „Das kalte Herz“, geschrieben vor 200 Jahren mit blauer Tinte. „Wer durch Schwaben reist, der sollte nie vergessen auch ein wenig in den Schwarzwald hineinzuschauen, nicht der Bäume wegen, sondern wegen der Leute“. Im weiteren Verlauf will der Kohlen-Munk Peter zu Geld kommen, probiert viel und letztlich verkauft er sein weiches, mitfühlendes Herz einem Herrn, der es gegen ein Herz aus Stein tauscht und Peter zu einem reichen Mann macht. Er heiratet und ist unbarmherzig gegen jeden. Aber dann merkt er, wie einsam das Leben ohne Liebe ist, trist und wertlos. Auch wir brauchen Liebe. Immer wieder müssen wir sie in uns haben. Aber für die Liebe gibt es keine Tankstelle, wo man sie endlos auftanken kann. Wir aber bekommen Gottes Herz geschenkt; du musst es nur wollen! Moses schreibt im 5. Buch: Gott hat euch nicht erwählt, er liebt euch!“ Gott liebt dich, weil du Du bist. Gottes Herz rechnet nicht, es liebt. Johannes schreibt: „Gott ist die Liebe, kommt zu mir; bei mir habt ihr Ruhe. Mach dich fest an meinem Herzen!“ Bei Gott wird der Akku der Liebe nie leer. So dürfen wir Wilhelm Hauffs Märchen vom Anfang abwandeln. „Wer durch die Welt reist, der sollte nie vergessen, auch ein wenig auf das Herz Jesu zu schauen, nicht wegen Blut und Dornen, sondern wegen der Liebe. Mit diesen Worten könnte Deine ganz persönliche Geschichte „Das WARME Herz“ beginnen, eingeschrieben im Buch des Lebens – mit Rot -blutroter Liebe!“ Am Ende des festlichen Gottesdienstes lud Pfarrer Kohlhepp alle ein, die Liebe zu Gott „öffentlich“ zu machen mit einer Prozession durch unser Dorf, vorbei an vielen geschmückten Häusern und Gärten, singend und betend. Mit den Vereinen und deren Fahnen, Ministranten, Lektor*innen und Kantorin. Pfarrer Thomas Kohlhepp trug die Monstranz; die Oberwildenauer Blaskapelle spielte unter Leitung von Bernhard Meiler und sorgte mit ihrem Spiel für eine besondere Atmosphäre. Im Pfarrgarten begrüßten wieder viele Kerzen und zwei Feuerschalen das Allerheiligste und die Gläubigen. Mit dem eucharistischen Segen endete der liturgische Teil des Festes und ging nahtlos über zum weltlichen Geschehen. Bei gegrillten Bratwürsten, Käse und Brezen war jetzt Zeit zum Plaudern und zu manch unverhofftem Wiedersehen. Erst gegen 23 Uhr löste sich die Gesellschaft auf, nicht ohne den Wunsch, dies nächstes Jahr zu wiederholen.
Text: B. Spannl
Bilder: B. Suttner